König Mistico


HD Video

2013

8:46 Min.



Ein Mann liegt in einer gestrickten Lucha-Libre-Maske/Sturmhaube auf einem Bett. Er strickt, schaut fern, näht, klebt, trinkt Wasser, macht Collagen.

Der visuelle Ausgangpunkt dieser Videoarbeit liegt in einer Nachinszenierung eines Fotos von Bruce Weber, das vor ein paar Jahren in der deutsche VOGUE erschienen ist. Auf dem Foto ist Dash Snow in einer gestrickten Sturmhaube zu sehen. Er sitzt auf einem Bett zwischen Kissen und schaut direkt in die Kamera. Snow gilt als Synonym des jungen, wilden, weißen Künstlers, dessen Leben und Kunst ineinander verschmelzen. Er lebte exzessiv und starb exzessiv. Das Bild einen „jungen Wilden“ hat er perfekt bedient.

„König Mistico“ ist eine One-Man-Show. Der Performer bleibt lange Zeit maskiert und somit auch seine Identität und Herkunft. Der maskierte Mann näht vorwiegend. Es ist jedoch keine Kleidung sondern eine genähte Zeichnung, die er mit der Nähmaschine bearbeitet. Nach einer Weile schaut er in die Kamera, steht auf und geht zu Wand. Setzt sich wieder hin und näht an seinem Bild weiter. Es folgt eine Reihe von „häuslichen“ Tätigkeiten: Er trinkt etwas, klebt ein Poster an die Wand, gießt seine Zimmerpflanze, hört Musik, schaut fern und immer wieder näht er. Die Maske stört und wird entfernt.

Hakan Eren, ein junger deutschtürkischer Künstler stellt sich in die Mitte des Raumes und fängt an zu rappen. Anfangs klingt es wie eine Erzählung dann wird er immer schneller, rhythmischer und determinierter. Hakan improvisiert seinen Rap gänzlich vor der Kamera. Er steigert sich von Minute zu Minute bis alles in einem tranceähnlichen Zustand endet. In seinem hochenergetischen Rap bezieht er sich auf seine Herkunft, auf die Kunst und auf seine Zukunftswünsche.

Durch Hakan Erens Person werden die gesellschaftlichen Stereotypen in Bezug auf Kunst und ethnisch-soziale Zugehörigkeit aufgreifen und deren Auswirkung auf die Rezeption der Künstlerpersönlichkeit reflektiert.

 

Credits

Darsteller: Hakan Eren

Kamera: Justyna Feicht

Musik: Nikita Schmitz

Ton: Dirk Oetelshoven

Tonmischung: Emanuel Hoisl

Kameraassistenz: Jens Mühlhoff

Standfotos: Caroline Schreer

Englische Übersetzung: Melanie Melis

Regie, Idee, Schnitt: Magdalena von Rudy

 

 

Gefördert durch Kulturfonds Wuppertal, Julia Stoschek Foundation e. V.